Zuchtverband für Sportpferde arabischer Abstammung e.V.



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Aktuelles zum Thema Zucht

Sachstand zum Thema Zerebelläre Abiotrophie (engl. Cerebellar Abiotrophy, CA)

Die Zerebelläre Abiotrophie ist eine genetisch bedingte neurologische Erkrankung bei Tieren, insbesondere bei Arabern und einigen Hunderassen. Besonders Jungtiere sind betroffen. Gleichgewichtsstörungen und andere neurologische Defizite sind die Folge. Die Krankheit unterliegt einem monogen rezessivem Erbgang. Erkranken tun also nur die Tiere, die auf beiden Allelen das Schadgen, d.h. die Mutation tragen, d.h. homozygot rezessiv sind. Bei heterozygoten Tiere (sg. Träger) treten nach jetzigem Stand der Wissenschaft keine Symptome auf, aber Sie können das Schadengen vererben. Bei der Paarung von solch heterozygoten Tieren entstehen 25% kranke Nachkommen. Die Anpaarung an homozygot freie Tiere ergibt folglich 100% gesunde Nachkommen, davon aber wieder 25% Träger=Heterozygote. Aus diesem Grund ist es wichtig den Genstatus der Zuchttiere zu kennen. Seit Januar 2011 steht nun offiziell ein direkter Gentest für CA zur Verfügung.

In unserem Kooperationslabor "Gene Control/Grub" wird der direkte Test für CA nun auch in eigener Regie durchgeführt, d.h. die Proben werden nicht mehr nach US-Davis geschickt, sondern direkt in Grub verarbeitet und analysiert.

Für die Anerkennung der Testergebnisse seitens des ZSAA ist folgendes zu beachten:

  • Anerkannt werden alle Testergebnisse aus Rückstellproben (z.B. von alten DNA-Untersuchungen), die in Grub gelagert wurden.

  • Ansonsten können nur Testergebnisse akzeptiert werden, mit gesicherter Probentnahme (Haare). D.h dass vor der Probenentnahme die Indentität des Pferdes durch einen Tierarzt oder durch einen ZSAA-Beauftragten überprüft wurde und die Probe auch durch den Tierarzt bzw. den ZSAA-Beauftragten an das vom ZSAA authorisierte Labor verschickt wurde. Die dafür nötigen Formulare können Sie direkt bei den jeweiligen Labors anfordern oder über den ZSAA beziehen.

  • Es werden nur Ergebnisse des direkten CA-Test's anerkannt. CA Test's der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Prof.Distl), die nicht nach dem direkten Verfahren erstellt wurden, müssen nachuntersucht werden.

  • Ergebnisse aus anderen Labors bedürfen der Rücksprache mit der Zuchtleitung.

Für die Zucht ist folgendes zu beachten:

  1. Es sind Paarungen mit homozygoten freien Pferde anszustreben.

  2. Paarungen mit homozygoten freien und heterozygoten können in Ausnahmefällen akzeptiert werden, da die Nachzucht kein Risiko hat zu erkranken. Hierbei wird auch dem Tierschutzgesetz §11b Rechnung getragen. Solche Paarungen sind grundsätzlich bei der Zuchtleitung zu beantragen. Die Nachzucht solcher Paarungen sind auf CA zu testen.

  3. Paarungen Heterozygoter (d.h. beide Eltern sind Anlageträger) sind nach Zuchtbuchordnung des ZSAA, sowie nach dem Tierschutzgesetz verboten, da aus solchen Verpaarungen 25% kranke Nachzucht entstehen können.
Zur Validierung der CA-Situation in Deutschland, wäre wichtig Kenntnis über erkrankte Pferde, d.h. Pferde bei denen eindeutig von einem Fachttierarzt Zerebelläre Abiotrophie diagnostiziert wurde, zu erhalten. Daher möchten wir Besitzer solcher betroffener Pferde bitten, umgehend mit uns Kontakt aufzunehmen. Wichtig sind vorallem auch erkrankte Pferde die nicht der Rasse AV angehören.

Peter Pracht

Für weitere Fragen und Hilfestellung stehen wie Ihnen gerne zur Verfügung.

Tel. 02773 741743 Mail: info@zsaa.de




Literatur:

  • Brault, L.S., Cooper, C.A., Famula, T.R., Murray, J.D. and Penedo, M.C.T. (2010) Mapping of equine cerebellar abiotrophy to ECA2 and identification of a potential causative mutation affecting expression of MUTYH. Genomics doi:10.1016/j.ygeno.2010.11.006.
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